DRK in Storkow: Kleidung für wenig Geld

Gut erhaltene Kleidung ist zu schade, um weggeworfen zu werden: In der Kleiderkammer des DRK-Kreisverbandes Märkisch-Oder-Havel-Spree e.V. werden Jacken, Mäntel, Pullover, Kleider, Anzüge und Schuhe aufbereitet und für wenig Geld an neue Besitzer abgegeben. Das Angebot steht jedem offen. Von Marcel Gäding.

In einem kleinen Raum türmt sich die „Ausbeute“ einer Woche: Gerade hat ein Fahrer säckeweise Kleidung abgeladen, die nun von zwei DRK-Mitarbeiterinnen geprüft und sortiert wird. Immer donnerstags werden die Altkleidercontainer in der Stadt Storkow (Mark) und ihren Ortsteilen geleert und der Inhalt in die Kurt-Fischer-Straße 22 gebracht. Dort befindet sich die Kleiderkammer des Deutschen Roten Kreuzes.

In dem einstigen Jugendklub wird die gespendete Kleidung zum Verkauf angeboten. Das günstigste Stück kostet 0,50 Euro, das teuerste 8 Euro. „Kleiderkammern gibt es an jedem Standort unseres Kreisverbandes“, sagt DRK-Mitarbeiterin Stephanie Bachmayer. Waren sie anfänglich dazu gedacht, vor allem sozial schwachen Menschen zu helfen, ziehen sie inzwischen auch berufstätige Kunden an. Denn: Die DRK-Kleiderkammern stehen jedem offen. Niemand muss eine Bedürftigkeit nachweisen. „Neben dem sozialen Aspekt spielt auch der Ansatz der Nachhaltigkeit eine große Rolle“, sagt Stephanie Bachmayer. Mittlerweile seien die Kleiderkammern gefragte Second Hand-Läden. „Insofern ist der Begriff Kleiderkammer etwas überholt.“

Altkleider und Designerstücke

Stephanie Bachmayer zeichnet für die Außenstelle des DRK Beeskow in Storkow verantwortlich. Foto: Lokalanzeiger Storkow/ Marcel Gäding
Stephanie Bachmayer zeichnet für die Außenstelle des DRK Beeskow in Storkow verantwortlich. Foto: Lokalanzeiger Storkow/ Marcel Gäding

Bevor die über die Altkleidercontainer gespendeten Bekleidungsstücke in den Verkauf kommen, werden sie begutachtet. Nur einwandfreie Kleidung ist in dem kleinen Verkaufsraum zu finden. Kaputte Nähte oder fehlende Knöpfe wiederum sind zunächst ein Fall für die Schneiderin Olga Wendel. Sie behebt die kleinen Fehler, kürzt aber auch mal Röcke oder Hosen gegen ein geringes Entgelt. Dieser Service steht übrigens ebenfalls jedem offen.

Die meisten Kleiderspenden finden in der Regel schnell einen Abnehmer beziehungsweise eine Abnehmerin. Bleibt doch mal etwas länger in den Kleiderständern hängen, werden die „Ladenhüter“ an andere Kleiderkammern des DRK-Kreisverbandes abgegeben. Werden Kleidungsstücke gar nicht verkauft, landen sie jedoch nicht im Müll. Sie dienen als Recycling-Material etwa für Malervlies. An Nachschub fehlt es jedenfalls nicht, wie Stephanie Bachmayer berichtet. Ab und an finden sich in den Containern schon mal teure Designerstücke. Weniger erfreulich ist jedoch, dass dort auch immer wieder Haus- und Gartenmüll landet. „Unsere Bitte ist daher, die Altkleidercontainer ausschließlich für möglichst gut erhaltene Kleidung zu nutzen.“

Am DRK-Standort werden allerdings noch andere Leistungen angeboten. Als Außenstelle der DRK-Geschäftsstelle Beeskow gibt es dort einen Pflegestützpunkt für Betroffene und Angehörige. Sie erhalten Tipps und Informationen zu Betreuungs- und Versorgungsangeboten in der Region, zu Fragen des Pflegegrades oder zur altersgerechten Gestaltung der eigenen Wohnung. Gut angenommen wird zudem die Schuldner- und Insolvenzberatung, die von Stephanie Bachmayer geleitet wird: Sie steht Menschen offen, die in finanzielle Schwierigkeiten geraten sind, Kreditraten oder Rechnungen nicht mehr bezahlen können. Individuell wird versucht, einen Weg aus der Misere zu finden und Betroffene anzuleiten, mit ihrem Geld richtig umzugehen. „Wichtig ist, dass sich Menschen rechtzeitig an uns wenden und nicht erst, wenn das berühmte Kind in den Brunnen gefallen ist“, sagt Stephanie Bachmayer. Termine können unter Tel. 03366 1520912 vereinbart werden.

Weitere Informationen erhalten Sie hier:

Kleiderkammer des DRK, Kurt-Fischer-Straße 22, 15859 Storkow (Mark).
Öffnungszeiten: Mo-Do 8-14.45 Uhr
Internet: http://www.drk-mos.de/