Hotel Karlslust baut touristische Angebote aus

Die Stille in Karlslust am Storkower See ist trügerisch. Wenn es warm ist am Wochenende oder an den Feiertagen dieses Frühlings, dann wird es quirlig. Nicht zuletzt, weil das Seehotel Karlslust mit einem neuen Biergarten zum Ankern lockt – egal, ob mit dem Boot, dem Fahrrad oder als Spaziergänger.

Nicht immer erzählen zu müssen, was nicht geht – das war für Marco Strauß eine zentrale Motivation, den Biergarten am Hotel Karlslust auszubauen. Immer wieder hätten Gäste vor allem vom Wasser aus gefragt, wo es hier einen Imbiss gebe. Seit 1. Mai ist er da: Täglich ab 12 Uhr in der warmen Jahreszeit gibt es Fischbrötchen, Backfisch, Schnitzel sowie Kartoffeln und Quark. „Nicht auf Sterne-Niveau“, wie der Chef sagt, sondern preiswert und schnell. Immerhin finden 150 Menschen im Biergarten Platz.
Dass das Konzept aufgehen würde, daran lässt er keinen Zweifel. Kontinuierlich seien die Gästezahlen am Standort gestiegen, deswegen wurde auch das Hotel um 24 Zimmer erweitert. „Im Tourismus hat sich einiges getan“, stellt Marco Strauß fest. „Seit 1998 hat die Region wie ganz Brandenburg eine beachtliche touristische Entwicklung genommen“, schätzt er ein. Das Radwandernetz in Brandenburg sei in dieser Zeit auf rund 8.000 Kilometer angewachsen. Dazu kommt, dass Firmen wie Tesla und der Flughafen BER immer wieder zeitweise Unterkünfte für ihre Mitarbeiter suchen.

Bildet seinen Nachwuchs selbst aus: Marco Strauß, Chef des Seehotels Karlslust, und Mitarbeiterin Lea-Marie Koch im Biergarten vor dem malerischen Storkower See. Foto: Pr
Bildet seinen Nachwuchs selbst aus: Marco Strauß, Chef des Seehotels Karlslust, und Mitarbeiterin Lea-Marie Koch im Biergarten vor dem malerischen Storkower See. Foto: Pr

Doch vor allem Touristen sollen die Neuerungen am Standort anlocken. Neben neuen Zimmern und Apartments sowie dem Biergarten stehen eine Bootsvermietung sowie Fahrräder und E-Bikes bereit. Auch Fahrten auf einem Kutter können gebucht werden. Das Hotel begrüße vor allem klassische Aktivtouristen, sagt der Chef: Rudergruppen, Radfahrer – und vor allem Gäste aus Thüringen und Sachsen. Wenn er einen Wunsch hätte in Sachen Tourismus, so wären es häufigere Schleusenzeiten, so der passionierte Bootsfahrer. „Das ist schwierig: Wenn man die offene Schleuse knapp verpasst, hat man lange Wartezeiten“, so seine Erfahrung. Für den Bootstourismus auf dem Storkower See sei das abträglich.
Das Veranstaltungsgeschäft werde wie gewohnt weitergeführt, berichtet Marco Strauß. Dazu gehören Familienfeiern, aber auch Firmenfeiern, Klassentreffen und ähnliches. Das Heiraten ist vor Ort im Pavillion möglich – einer Außenstelle des Storkower Standesamtes. Da solche Feiern meist ganze Wochenende belegen, hat der Hotelier für Touristen ein Fünf-Tage-Programm von montags bis freitags entwickelt. „Ziel ist es, keinen Leerlauf zu haben“, sagt er.
Anders als in anderen Betrieben oder Branchen finde das Seehotel seine Fachkräfte. „Wir haben wieder mehr Bewerbungen, darunter von Leuten, die einen Nebenjob suchen“, sagt der Chef. Außerdem bildet das Hotel selbst aus. Als vor Ort ausgebildete Hotelfachfrau ist Lea-Maria Koch bereits in der Unternehmensführung tätig. Anfang Mai hat sie mit dem Deutschen Hotellerie- und Gastronomieverband die 3-Sterne-Zertifizierung durchgeführt. Marco Strauß plant in Ruhestand zu gehen und Lea-Marie Koch wird die Führung im Haus übernehmen.

Dörthe Ziemer

EXTRA-TIPP: Mit dem SUP-Board von frühmorgens bis spätabends auf dem See

Mit Beginn der Badesaison besteht am Strand Karlslust die Möglichkeit, SUP-Boards sowie Kajaks direkt vor Ort auszuleihen. Täglich in der Zeit von 6 bis 21 Uhr können die Boote und Boards ausgeliehen werden.
Die Nutzung erfolgt unkompliziert über ein digitales System – die Buchung erfolgt online und der Zugang zu den Boards wird per Link bereitgestellt. Die Station läuft komplett solarbetrieben.
„Das Ausleihstation ergänzt das Freizeitangebot am Strand Karlslust perfekt“, sagt Storkows Wirtschaftsförderin Marit Dietrich, die bei der Inbetriebnahme dabei war. „Die flexiblen Zeiten sorgen dafür, dass das Areal auch jenseits der klassischen Badezeiten zur Attraktion wird, was dem Standort langfristig zugute kommt.“   (dö)

Bei der Inbetriebnahme der SUP-Station in Karlslust. Foto: SVS
Bei der Inbetriebnahme der SUP-Station in Karlslust. Foto: SVS

Weitere Infos sind auf der Website des Verleihers zu finden: https://heiuki.com/