Der kleine Wald schafft es nicht mehr allein, den klimatischen Veränderungen zu trotzen? Doch Waldumbau ist teuer und guter Rat gefragt… Hier kommt die Forstbetriebsgemeinschaft „Zukunft Wald LOS“ ins Spiel, das kleinere Waldbesitzer unterstützt und vernetzt. Die Storkower Stadtverordneten haben kürzlich dem Beitritt zu dieser Gemeinschaft zugestimmt.
Der Beitritt einer Kommune zur Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) habe stets eine große Multiplikationswirkung, sagt Monique Müller vom Forstbetrieb Sauen, die in der Region Beeskow für das Projekt zuständig ist. FBG – das bedeutet, dass sich mehrere Waldbesitzer zusammenschließen, um Waldumbau-Projekte anzugehen. Ihnen zur Seite stehen nicht nur erfahrene Fachleute, sondern auch die zuständigen Behörden wie Landkreis und Forstamt. „Das ist deutschlandweit einmalig“, sagt Monique Müller. Die Mitglieder erhalten Beratung sowie einen Finanz-, Zeit- und Pflegeplan. Vieles wird mit digitaler Hilfe umgesetzt. Die Gemeinschaft kann auch Fördermittel für Waldumbau-Projekte beantragen – etwas, das für den einzelnen Waldbesitzer kaum zu stemmen sei, so Monique Müller.

Seit der Gründung vor etwa einem Jahr ist die Gemeinschaft schon auf rund 100 Mitglieder angewachsen, die zusammen über rund 1.000 Hektar Wald verfügen. „Unsere Mitglieder haben alle Lust auf Waldumbau“, sagt die Fachfrau, und: „Der Wald wird sich ändern, das ist jedem von uns bewusst.“
Die Kiefer, der hiesige „Brotbaum“, sei eine Kältebaumart, und es sei nur eine Frage der Zeit, bis es ihr in Brandenburg zu warm wird. Die Frage ist nur: Welche Bäume könnten ihr folgen? Die Traubeneiche sei eine heimische Art, sie könnte gut durch Esskastanien und Roteichen als licht- und wärmeliebende Arten ergänzt werden. Auch Schädlinge und invasive Arten wie die Spätblühende Traubenkirsche machten dem Wald zu schaffen. Derzeit seien noch rund 70 Prozent der Flächen Nadelwald. Durch die Vielfalt eines Mischwaldes lasse sich das Risiko klimatischer Super-Ereignisse minimieren.
„Wichtig ist, dass man irgendwann anfängt und erstmal Licht auf den Waldboden bekommt“, sagt Monique Müller. Dazu werden auch Schulungen, Exkursionen und Seminare für die Mitglieder durchgeführt. Am Ende bleibt es jedem Eigentümer überlassen, was er mit seinem Wald macht, solange er keine Verkehrssicherungspflichten oder Schutzgebiete verletzt. Manchmal werden auch nur zwei von zehn möglichen Maßnahmen durchgeführt. „Das ist immerhin ein erster Schritt“, so die Wald-Expertin.
Im Landkreis Oder-Spree entfällt etwa die Hälfte des Waldes auf Privatbesitzer, die andere teilen sich Land, Bund und Kommunen. Gerade Kommunen wie Storkow verfügen über viele kleine Splitterflächen – Zusammenarbeit und gemeinsame Projekte seien das Gebot der Stunde. „Das gibt uns auch für die anderen Waldbesitzer Rückenwind“, sagt Monique Müller. „Hier kann man die Kommunale Verantwortung nutzen, um mit Anrainern zu sprechen und mit Bürgerinnen und Bürgern zu kommunizieren.
Dörthe Ziemer
Mehr Infos und Kontakt unter https://zukunft-wald-los.de/


