Mit konstruktiver Wut zur Einwohnerversammlung

Storkow wächst weiter, wenn auch moderat. Genau neun Menschen mehr lebten 2025 in der Stadt als im Vorjahr, das sind 550 mehr als vor zehn Jahren. Daraus ergeben sich u.a. besondere Herausforderungen für die Stadtentwicklung. Das wurde auf der jüngsten Einwohnerversammlung Anfang des Jahres deutlich.

Traditionell dient die Einwohnerversammlung jedoch nicht nur dem Rückblick (siehe auch Lokalanzeiger Januar), sondern auch als Vorschau auf das, was die Stadt und ihre Menschen im laufenden Jahr erwartet.

Nach wie vor sind Fördermittel der entscheidende Punkt bei wichtigen Investitionen. So soll in diesem Jahr das Gemeindezentrum Kummersdorf für 2,4 Millionen Euro, davon 1,86 Millionen Fördermittel aus dem Leader-Topf der EU für den ländlichen Raum, gebaut werden. Die Kita Kanalkieker erhält 370.000 Euro aus Leadermitteln und dem Strukturfonds des Landkreises für die Modernisierung.

Angestrebt ist, aus dem Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten” rund 3,3 Millionen Euro für die Sanierung der Sportplatzanlage an der Birkenallee in Storkow zu erhalten. Die Arbeiten am Anbau für die Europaschule sollen noch in diesem Jahr starten.

Der Dalli-Bus, den Bürgermeisterin Cornelia Schulze-Ludwig als „Herzensprojekt” bezeichnete, wird laut aktuellen Beschlüssen aus Kreistag und Stadtverordnetenversammlung weitergeführt. „Für Storkow und die Ortsteile ist das ein großes Pfund”, sagte sie.

Auch die Partnerschaft für Demokratie steht weiterhin bereit, kleinere Projekte zum Thema Demokratie und Zusammenhalt zu fördern – die dritte Förderperiode hat begonnen, sie dauert bis 2032. Auf der Burg erwartet die Gäste neben bewährten Formaten wie Unruhestand, Kneipenquiz, Burg Boutique, Kabarett, Klassik, Storkower Frauenwoche, Hoffest, Weihnachtsmarkt ein neues Format: das Storkower Rudelsingen. Einfach zusammenkommen und singen – darum geht es dabei.

Nach etwa anderthalb Stunden Präsentation gab es jede Menge Fragen, wobei die meisten Fragen oder Kritik mit Lob für die Verwaltungsarbeit kombiniert wurden. Zugesagt wurde eine Erneuerung der in die Jahre gekommenen Ortseingangsschilder. Die Sanierung des Marktplatzes sei verschoben worden, der Bebauungsplan für die Seepromenade sei von den Stadtverordneten abgelehnt worden und liege nun auf Eis. Das Helios-Gelände werde weiter beplant, erste Ideen liegen vor.

Einige Hausaufgaben wie die Straßenentwässerung in der Karl-Marx-Straße wurden einer Fragestellerin zufolge gelöst, andere wie die andauernd aktive Beleuchtung in der Turnhalle am Hort harren einer Lösung. Die Fragestellerin bezog sich in ihrem Redebeitrag auch auf das Motto der eben zu Ende gegangenen Frauenwoche: “Wut trifft Feminismus”: “Wut ist kein Makel, sondern eine Kraftquelle”, sagte sie, deshalb komme sie jedes Jahr zur Einwohnerversammlung.

Dörthe Ziemer

Das Protokoll und die Präsentation sind auf storkow.de im Bereich Aktuelles zu finden.