Grundsteinlegung für eine starke Gemeinschaft

Mit einem kräftigen Handschlag begrüßt Enrico Graß, Ortsvorsteher von Kummersdorf, die Gäste persönlich. „17 Jahre haben wir gekämpft für dieses neue Haus“, sagt er. Am 16. Juli ist nach einer langen Planungsphase und Unsicherheiten mit Fördermitteln die Grundsteinlegung für das neue Dorfgemeinschaftshaus erfolgt. Enrico Graß ist sichtlich stolz über den „großen Bahnhof“ für sein Dorf, einen von 14 Ortsteilen der Stadt Storkow (Mark).

Tatsächlich kommen immer mehr Gäste – Einwohner, Mitarbeiter der Stadtverwaltung Storkow, der Ortsbeirat, Feuerwehrleute, Kitakinder, Bauarbeiter, die Brandenburger Ministerin für Land- und Ernährungswirtschaft Hanka Mittelstädt und Storki, das Maskottchen der Stadt in weißem und rotem Plüsch. Das große Festzelt ist schnell gefüllt, dahinter und daneben ragen schon Wände fürs neue Gemeindehaus empor.

Ministerin Hanka Mittelstädt und Bürgermeisterin Cornelia Schulze-Ludwig befüllen mit Ortsvorsteher Enrico Graß die Zeitkapsel.
Ministerin Hanka Mittelstädt und Bürgermeisterin Cornelia Schulze-Ludwig befüllen mit Ortsvorsteher Enrico Graß die Zeitkapsel.

„Das ist mehr als nur eine Grundsteinlegung, heute sehen wir hier, dass sich Ausdauer und Gemeinschaft auszahlen“, sagt Bürgermeisterin Cornelia Schulze-Ludwig. Wie oft habe sie in den letzten Jahren gehört, das werde sowieso nichts mehr. Aber viele seien an der Idee drangeblieben, hätten sich für ihr Dorf eingesetzt und so wachse dieses Haus sichtbar vor aller Augen. Die neue Feuerwehr und ein Gemeindehaus zusammen zu bauen, sei die richtige Idee gewesen, so die Bürgermeisterin. Die vielen Vereine im Ort haben bald ein neues Zuhause.

Dringend nötig hat das der 550-Einwohner-Ort Kummersdorf auch: Das alte Feuerwehrhaus ist aus dem Jahr 1950, das Gemeindezentrum bisher in einem Bungalow untergebracht. Das neue Haus wird eine Gesamtfläche von 1.400 Quadratmetern haben, zwei große Räume, Küche, Sanitätstrakt, zwei Stellplätze für Feuerwehren und Lagerräume.

Um das neue Feuerwehr- und Gemeindezentrum zu bauen, musste eine Menge Geld eingesammelt werden. Die stolze Fördersumme beträgt insgesamt 1,86 Millionen Euro. Darunter sind Mittel aus dem Leader-Programm zur Entwicklung ländlicher Räume der Europäischen Union, aus dem Feuerwehrinfrastrukturfonds des Landes Brandenburg und vom Landkreis Oder/Spree. Die Stadt Storkow hat sich mit einem Anteil von 540.000 Euro beteiligt.

„Ihr habt eine Vision verwirklicht, einen Ort der Begegnung zu schaffen, für die Ortsfeuerwehr, für Vereine, Versammlungen, für Seminare, auch als einen Ruhepunkt nach einem Feuerwehreinsatz“, sagt Hanka Mittelstädt. Die Ministerin lobt den langen Atem der Akteure und verspricht, zur Einweihungsfeier wiederzukommen. Die Grundsteinlegung in Kummersdorf sei ein besonderer Blick in die Zukunft hier im ländlichen Raum, sagt sie auf Nachfrage. „Das hat nur geklappt durch eine gute Gemeinschaft und gute Nachbarschaft.“

Auch die jüngsten Kummersdorfer haben kräftig mitgefeiert. Fotos: Peter Mittwoch
Auch die jüngsten Kummersdorfer haben kräftig mitgefeiert. Fotos: Peter Mittwoch

Ohne Zeitkapsel aber keine Grundsteinlegung: Diese wird nach den Reden gefüllt mit der „Märkischen Oderzeitung“ vom 16. Juli 2026, einer Bauzeichnung, Euros und Cents, einem Gruß der Kitakinder von Kummerdorf, einem evangelischen Gemeindebrief. Dass der Mörtel zum Versiegeln von Zeitkapsel und Grundstein nicht ganz ausreicht, bringt Ortsvorsteher Enrico Graß nicht aus der Ruhe: „Dann rühren wir jetzt noch neuen an.“ Kummersdorf ist eben hartnäckig.

Der offizielle Teil der Grundsteinlegung ist vorbei, neuer Mörtel wurde beschafft, für Ortsvorsteher Enrico Graß Zeit zum Durchatmen: „Das war schon eine große Summe an Eigenmitteln für unsere Kommune, aber wir freuen uns jetzt, dass alles läuft“, sagt er und lobt nochmals die Gemeinschaft, die hier gewirkt hat.

Spätestens im Juni/Juli 2027 werden die 24 aktiven Feuerwehrleute aus Kummerdorf sowie die Mitglieder der Jugendfeuerwehr, der Feuerwehrverein und einige andere Vereine hier ein neues Zuhause haben. Dann soll das Feuerwehr- und Gemeindehaus fertig sein.

Birgit Mittwoch

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