Coronakrise: Europaschule und Kitas ab Mittwoch geschlossen

Die Storch-Apotheke bediente am Freitag nur noch durch die "Notdienstklappe". Foto: Marcel Gäding
Die Storch-Apotheke bediente am Freitag nur noch durch die „Notdienstklappe“. Foto: Marcel Gäding

Die Coronakrise zeigt erste Auswirkungen auf die Stadt Storkow (Mark): Für den Freitagabend wurde die Lesenacht in der Stadtbibliothek abgesagt. Auch die am Wochenende auf der Burg geplanten Veranstaltungen wurden gestrichen. Ab Mittwoch fällt der Unterricht in der Europaschule aus, Kitas werden geschlossen. Von Marcel Gäding.

Auf dem Marktplatz von Storkow (Mark) gab es am Freitagmittag ein ungewohntes Bild: Vor der Storch-Apotheke bildete sich eine Schlange. Wer ein Rezept einlösen oder Medikamente kaufen wollte, wurde nur über eine kleine Öffnung in der Eingangstür von einer Mitarbeiterin bedient, die Mundschutz trug. Kunden mussten auf dem Bürgersteig warten. Auf einem Zettel informierte die Betreiberin der Apotheke über eine „Vorsichtsmaßnahme“ des Gesundheitsamtes. Informationen, wonach sich ein Angestellter mit dem Coronavirus infizierte, wurden bis Freitagabend nicht bestätigt.

Altenheim für Besucher geschlossen

Klar ist: Die Stadt bekommt die Auswirkungen des Coronavirus voll zu spüren. Den ganzen Tag über telefonierte Bürgermeisterin Cornelia Schulze-Ludwig (SPD) und führte ununterbrochen Gespräche: „Wir sind in ständigem Kontakt mit dem Landkreis“, sagte sie. Zunächst hatte sie am Vormittag Dienstanweisungen für die Beschäftigten der Stadt Storkow (Mark) sowie die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren erlassen. Als um kurz nach 16 Uhr Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) nach einer Sondersitzung der Landesregierung vor die Presse trat, war auch für Storkow klar: Das öffentliche Leben wird stark eingeschränkt. Ab Mittwoch bleiben die Europaschule und die Kitas geschlossen. Für Eltern von kleinen Kindern (0 Jahre bis Klassenstufe 6) werde eine Notbetreuung eingerichtet. Details werden derzeit erarbeitet. Am Montag nimmt zudem der Stab für außergewöhnliche Ereignisse seine Arbeit auf. Ihm gehören neben der Spitze der Stadtverwaltung auch Vertreter von Feuerwehr und Bundeswehr an. Besonders drastisch sind die Einschränkungen für die Bewohner des Alten- und Pflegeheims „Zuhause am Storkower See“ in Karlslust: Sie dürfen bis auf Weiteres keinen Besuch empfangen. Das Gleiche gilt auch für das Betreute Wohnen und die ambulant betreuten Wohngemeinschaften, wie Einrichtungsleiterin Ulla Mulalic gegenüber storkowplus.de sagte. Nach Einschätzung des Robert-Koch-Instituts gehören vor allem ältere Menschen zur Gruppe derer, die besonders schwer an der durch das Coronavirus verursachten Lungenkrankheit erkranken können. Ziel ist es, die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen.

Probleme bereitet der Stadt unterdessen, den Vorrat an Desinfektionsmitteln und Schutzausrüstungen kurzfristig aufzustocken. Bürgermeisterin Cornelia Schulze-Ludwig berichtete am Freitag von Lieferengpässen des Fachhandels. Unter Hochdruck arbeitet die Stadtverwaltung daran, die benötigten Produkte zu ordern.

Wie es mit öffentlichen Veranstaltungen weitergeht, wird Anfang kommender Woche entschieden. Schon für diesen Sonnabend ist die Pflanzkartoffel- und Saatgutbörse gestrichen. Die Wimpelaktion am Sonntag ist ebenso abgesagt. Ruhig geht es hingegen auf den Sportplätzen und in den Sporthallen zu. Der für Sonnabend vorgesehene K&K-Cup der F-Junioren vom Storkower SC in der SOFTLINE Arena wurde abgesagt.

Bürgermeisterin Schulze-Ludwig setzt nun verstärkt auf Nachbarschaftshilfe. „Wir wissen, dass vor allem Menschen ab dem 60. Lebensjahr und Menschen mit Vorerkrankungen zu den sogenannten Risikogruppen gehören. Bitte erkundigen Sie sich in Ihrer Nachbarschaft bei möglicherweise Betroffenen, ob Sie für sie Einkäufe oder Besorgungen erledigen können. Unser gemeinsames Ziel muss sein, die Auswirkungen so gut es geht einzudämmen.“ Gleichzeitig bat sie, vom Besuch öffentlicher Einrichtungen wie dem Rathaus abzusehen. 

Über die neuesten Entwicklungen informiert die Stadtverwaltung ab sofort auf ihrer Internetseite. Die Onlinezeitung storkowplus.de wird ihre Leserinnen und Leser zudem ständig im eigens dafür eingerichteten Newsticker auf dem Laufenden halten. 

Weitere Informationen rund um das Coronavirus

  • Infotelefon Landkreis Oder-Spree: (03366) 35-2002
  • Infotelefon Helios-Klinikum: (0800) 8 123 456
  • Infotelefon Land Brandenburg: (0331) 8683-777
  • Ärztlicher Bereitschaftsdienst: 116117

Sollten Sie den Verdacht haben, an COVID-19 (Coronavirus SARS-CoV-2) erkrankt zu sein, wenden Sie sich bitte vorab an den Ärztlichen Bereitschaftsdienst oder an das Infotelefon des Landkreises. Bitte begeben Sie sich niemals auf eigene Faust in eine Rettungsstelle!

Wichtige Fragen werden zudem unter folgenden Web-Adressen beantwortet