Regionales Essen gemeinsam genießen. Nicht nur in Familie, sondern in großer Runde. Mit Freunden, Fremden, Gleichgesinnten. Der Treffpunkt Teller macht‘s möglich. Dazu lädt der Ernährungsrat in Storkow, ein Zusammenschluss von Menschen, die sich für ein zukunftsfähiges Ernährungssystem vor Ort einsetzen, in das Familienzentrum am Markt ein. Die „Kantine für alle“, wie die Veranstalter sie nennen, öffnet jeden dritten Freitag im Monat.
„Wir wollen Menschen aller Generationen und gesellschaftlicher Gruppen zusammenbringen“, sagt Friederike Schmitz vom Ernährungsrat, denn: „gemeinsam Essen stiftet Gemeinschaft.“ Annika Lindow bestätigt das: „Ich war schon mehrmals dabei und bin immer wieder begeistert.“
Gekocht wird mit regionalen Zutaten, mit Bioprodukten, mit Gemüse von landwirtschaftlichen Betrieben der Region, klima- und tierfreundlich. So regt der Treffpunkt Teller auch dazu an, über gesunde Ernährung nachzudenken. Der Ernährungsrat will damit einen Beitrag zur sozialen Gerechtigkeit, Gesundheit und zum Klimaschutz leisten. Das Essen ist kostenlos. Wer möchte, darf sich mit einer Spende für das Essen bedanken.
Ehrenamtliche Helfer stehen an den Kochtöpfen und Pfannen, zaubern aus regionalen Zutaten leckere Gerichte. Christin Penz ist eine von etwa zehn Leute, die sich in der „Kantine für alle“ engagieren. „Ich bin gerne ehrenamtlich tätig“, sagt sie. „Man lernt Leute kennen, kommt mit ihnen ins Gespräch.“ Etwa mit Saner Güney. Der junge Mann war vor einigen Tagen erstmals der Einladung zum Treffpunkt Teller gefolgt. „Ich bin noch nicht so lange in Storkow und erhoffe mir, ein paar Leute während des gemeinsamen Essens kennenzulernen.“
Saner Güney begeistere, „dass veganes Essen angeboten wird, denn ich bin Veganer“. Veganer verzichten komplett auf tierische Produkte. Auch Christin Penz lebt vegan, wie sie sagt: „Im Alltag ist allerdings oft wenig Zeit, vegane Gerichte zuzubereiten.“ Deshalb probiert sie sich gern beim Treffpunkt Teller aus. Im Februar hatte sie gemeinsam mit Jan Greitzke das leckere Abendessen mit drei Gängen zubereitet. Etwa 15 Gäste waren gekommen.
„Unser Limit ist noch nicht erreicht“, sagt Friederike Schmitz, „wir haben noch Kapazitäten. Ich würde mich über weitere Interessenten freuen.“ Für die gebe es immer wieder auch Aha-Effekte: „Ein männlicher Gast hatte bei uns zum ersten Mal Tofu gegessen. Er war erstaunt, wie gut es schmeckt.“
Das Projekt Treffpunkt Teller gibt es seit Herbst 2025. Es wird laut Friederike Schmitz mit 5.000 Euro gefördert, vorerst für ein Jahr. Zudem finanziere es sich über Spenden. „Wenn es gut läuft, wollen wir den Treffpunkt Teller zwei Mal pro Monat anbieten. Ziel ist es, dass sich das Projekt verselbstständigt.“ Um das zu erreichen, werde überlegt, sich in Schulen zu engagieren und Netzwerke zu schaffen. Weitere Helfer zum Schnippeln und Kochen werden gesucht.
Andreas Staindl


