Bunt leuchten den Besuchern des Storkower Familienzentrums die Willkommenskisten für Neugeborene entgegen. Auch sonst ist an diesem Ort alles sehr familienfreundlich.
Jede Menge Infos sind in den Kisten verpackt und schon zehn Euro Bonus von der örtlichen Sparkasse. Maler Burkhard Drechsler gestaltet jede Kiste individuell – und damit werden die neuen Erdenbürger in Storkow begrüßt. Kaum in der Welt angekommen, geht es für alle Babys im Familienzentrum weiter: mit Krabbelgruppen, Elterncafé, musikalischer Früherziehung, Flohmärkten mit Kindersachen, Bastelangeboten, Sport und Spiel.

Das reicht am Ende bis ins Seniorenalter: Der Tanztee steht gerade an, und Detlef Grabsch ist froh, kurz vor knapp doch noch einen DJ gefunden zu haben. Detlef Grabsch ist so etwas wie der Hausherr in dem orangefarbenen Gebäude am Marktplatz, und fast möchte man sagen: der Familienvater. Bei ihm laufen Fäden und Ideen zusammen, und davon gibt es reichlich.
Der Kaufhaus-Flohmarkt ist eine dieser Ideen. Dort wird die Kinderkleidung gesammelt und nach Größen sortiert. Am Ende wird an der Kasse bezahlt und jeder der über 60 Händler erhält seine Einnahmen und die nicht verkauften Sachen zurück. Ein gutes Dutzend Ehrenamtler kümmert sich darum – und Detlef Grabsch mit seinem Team. Der nächste Termin ist schon der 29. März (8 bis 12 Uhr in der Altstadt-Turnhalle). Eine andere Idee sind Freizeiten – mit Kindern und ihren Vätern beispielsweise. Oder Aktivitäten am Familienstrand, zu denen auch die benachbarten Senioren eingeladen werden. Menschen zusammenbringen, ihnen in allen Lebenslagen beistehen und ganz viel Spaß und Entspannung dabei haben – das ist das Credo des Familienzentrums.

Wochentags ist am Nachmittag immer etwas los im Familienzentrum. Dazu gibt es offene Ohren und einen guten Kaffee. Denn das Familienzentrum ist in eine ehemalige Gaststätte eingezogen – der Tresen steht noch da, die Kaffeemaschine ebenfalls. Auch für die Kleinen gibt es eine Küche – zum Spielen, aus Holz, Marke Eigenbau. Im oberen Stockwerk ist das Krabbelzimmer, um die ganz kleinen vom Tagesgeschäft abzuschirmen. „Für viele Mütter ist es Luxus, dort auch einen Latte Macchiatto genießen zu können“, sagt Detlef Grabsch.
Überhaupt sind die Bedingungen in dem Haus ideal. Im Bastelraum sind alle Utensilien immer griffbereit. Die Spielecke samt Teppich befindet sich vor dem großen Fenster, das viel Sonne durchlässt. Daneben ein paar Tische, an denen Eltern sitzen und erzählen können. Im Sommer kann man direkt auf die Terasse gehen – und die beiden Kaninchen besuchen. Auch eine kleine Wohnung gehört zum Areal, falls mal jemand in Not ist oder ein Kursleiter von außerhalb kommt. Und bei Festen in der Stadt mischt das Familienzentrum mit: ob beim Kinderkulturfestival (1. Juni) oder beim Enkelfest.

Alle Angebote für die Zielgruppen seien gut nachgefragt, sagt Detlef Grabsch. Und doch mischen sich nachdenkliche Töne in seinen Bericht: Bei der Zusammenarbeit mit der Schule könnte es besser laufen, sagt er, vor allem wenn es um die Vermittlung von Werten geht. Das liege ihm besonders am Herzen. Deshalb ist das Familienzentrum bei Aktionen wie der Internationalen Woche gegen Rassismus dabei. Vor zwei Jahren habe man „Vielfalt-Kisten“ mit Lehrmaterialien für Kitas erstellt. „Das ist ein Anfang, aber ausbaufähig“, sagt Detlef Grabsch. Zum Glück gebe es immer mehr Menschen, die Ideen haben, um demokratische Werte zu leben und zu vermitteln. Ideen, für die er gern die Strippen zieht.
Alle Angebote des Familienzentrums sind zu finden unter:
www.elkize-storkow.de
Dörthe Ziemer