Wahl 2019: Schulze-Ludwig bleibt Bürgermeisterin von Storkow

Cornelia Schulze-Ludwig kann ihre Arbeit als Bürgermeisterin von Storkow fortsetzen: Am Sonntag erhielt die SPD-Politikerin bei der Bürgermeisterwahl 58 Prozent der Stimmen, während ihre Herausforderer Christina Gericke (Freie Wählergemeinschaft Storkow, 30,2 Prozent) und Uwe Woweries (Alternative für Deutschland, 11,8 Prozent) auf die Plätze verwiesen wurden. Die Amtsinhaberin feierte ihren Wahlsieg gemeinsam mit Freunden und Weggefährten im Dorfgemeinschaftshaus „Darre“ in Alt Stahnsdorf.

Schulze-Ludwig konnte nach dem vorläufigen Endergebnis der Wahlleiterin 2.948 Stimmen erzielen, während Gericke von 1.532 Storkowern gewählt wurde. 599 Menschen machten ihr Kreuz bei Uwe Woweries. Von den 7.878 Wahlberechtigten nahmen 5.157 Storkower ihr Wahlrecht wahr – das entspricht einer Wahlbeteiligung von 65,46 Prozent.

Heimvorteil in Alt Stahnsdorf

Die meisten Stimmen holte Cornelia Schulze-Ludwig in ihrem Heimatdorf: Dort votierten 76,2 Prozent für die Alt Stahnsdorferin. Auch die Rieploser (75 Prozent) und die Schweriner sowie Klein Schauener (jeweils 68 Prozent) sprachen sich mit großer Mehrheit dafür aus, dass Schulze-Ludwig im Amt bleibt. Mager hingegen fiel das Ergebnis in Selchow (36,8 Prozent) aus. Dort hatte eindeutig Herausforderin Christina Gericke mit 53,7 Prozent die Nase vorn, die bis 2011 Bürgermeisterin von Storkow war. Kaum Chancen hatte der von der Alternative für Deutschland (AfD) ins Rennen geschickte Uwe Woweries aus Neuzelle: Die meisten Stimmen bekam er aus Limsdorf (20,6 Prozent), Groß Schauen (20 Prozent) und Kehrigk (19,8 Prozent).

Alle Ergebnisse für Storkow in unseren Grafiken:

Bürgermeisterwahl Storkow

Vermutlich lag das gute Abschneiden der Amtsinhaberin an der Art und Weise ihres Wahlkampfes: So schlossen sich für die Bürgermeisterwahl CDU, Die Linke, SPD, Haus und Grund, Neues Storkow und der Mittelstandsverein zu einem Bündnis zusammen und starteten die Kampagne „Conny wählen – Eine von uns.“. Die 43-Jährige war auch die einzige Kandidatin, die großflächig mit Wahlplakaten und Bannern im Stadtgebiet und den Ortsteilen vertreten war, während ihre Konkurrenten Gericke und Woweries nur einen Flyer beziehungsweise im Fall des AfD-Herausforderers einen selbst gedruckten Infozettel verteilten. Im Rahmen eines Wahlforums der Märkischen Oderzeitung, das live im sozialen Netzwerk Facebook übertragen wurde, konnte sich Schulze-Ludwig klar von ihren Mitbewerbern abheben. Christina Gericke pflichtete der Bürgermeisterin in der Diskussion in nahezu allen Punkten bei. Uwe Woweries fiel durch allgemeinkonkrete Argumente auf: Ging es um Storkower Themen, geriet er ins Schlingern und verwies dabei häufig auf Dinge, die ihm „zugetragen“ worden seien oder von denen er gehört habe.

SPD-Kandidat Ludwig Scheetz gewinnt Wahlkreis direkt

Die SPD konnte sich auch bei den Landtagswahlen durchsetzen. Ihr Kandidat Ludwig Scheetz vereinte im Wahlkreis 27 mit 27,3 Prozent die meisten Stimmen auf sich und zieht nun direkt in den Landtag. Sein Herausforderer Andreas Kalbitz (AfD) erhielt 22,9 Prozent, der CDU-Herausforderer Christian Schroeder von der CDU errang 13,7 Prozent. Noch deutlicher fiel das Ergebnis für Scheetz in Storkow und den Ortsteilen aus: Dort stimmten 29,7 Prozent für den jungen Familienvater – die meisten Stimmen erzielte er in Rieplos, während Herausforderer Kalbitz die meisten Anhänger in Klein Schauen mobilisierte. Scheetz besetzt nun den seit dem Tod seines Vorgängers Klaus Ness (SPD) verwaisten Wahlkreis, der in der Zwischenzeit von der Fürstenwalder Sozialdemokratin Elisabeth Alter vertreten worden war.

Wie in den einzelnen Ortsteilen gewählt wurde, hat die Stadt Storkow (Mark) erstmals auf einer übersichtlichen Internetseite zusammengestellt. Dort finden sich die einzelnen Wahlbezirke inklusive der Stimmergebnisse.

Viel Zeit zum Ausruhen bleibt der alten und neuen Bürgermeisterin nicht, denn die Liste der drängenden Themen ist lang. Dazu gehören unter anderem die Belebung der Storkower Innenstadt, die Erarbeitung und Umsetzung eines längst überfälligen Tourismus- und Stadtmarketingkonzepts für Storkow sowie die anstehende Zertifizierung von Storkow als familien- und generationengerechte Kommune. Auf der Agenda stehen ferner die Einrichtung eines Rufbusses, ein Bürgerhaushalt und ein neuer Standort für den Jugendclub in Karlslust. Auf Kreis- und Landesebene ist ebenfalls ihre Anwesenheit gefragt, etwa bei der Verlängerung der Regionalbahnlinie 36 bis zum Ostkreuz oder der Sanierung der Landesstraßen. (mbg.)

Fotos/ Grafiken: Marcel Gäding